Sein Reich dehnte sich über den ganzen Schwielowsee aus. Das heutige Gemünde war die Grenze. Um diese Zeit wurde ein sehr schönes Mädchen beschuldigt, sie könne hexen. Mit Hilfe eines Ritters, den Sohn eines Edelmannes, gelang es ihr zu fliehen. Sie floh in die einsamen Wälder am Schwielowsee. Niemand, außer dem Ritter, wußte ihren Aufenthalt. Der Nix hätte gar zu gerne dies Mädchen für sein Reich gehabt. So sann er, wie er es fangen konnte. Einst wusch sie sich im Schwielowsee. Da zog er sie hinab in sein Reich. Als nun wieder einmal der Ritter kam, das Mädchen zu besuchen, da war es verschwunden. Er setzte sich an das Wasser und starrte trübe vor sich hin. Eine Nixe, die Mitleid mit ihm hatte, erzählte ihm, daß das Mädchen von einem Nix gefangen ist. Er freute sich, daß er diese Nachricht bekam, aber wie sollte er das Mädchen retten. Auch dafür wußte die Nixe Rat. Sie erzählte, daß das Mädchen um Mitternacht für kurze Zeit an das Ufer gehen darf. Das wäre die einzige Möglichkeit, das Mädchen zu retten. So wartete er bis Mitternacht. Da stieg es aus dem Wasser. Es sah bleich aus. Als es ihn sah, wollte er aufjauchzen. Doch er gebot Ruhe und sagte: „Sitz schnell auf. Wir müssen die Grenze des Reiches errreichen, bevor der Nix etwas merkt."

Max Kuntze († 18.07.1936)


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